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Zeit festhalten
In unserer täglichen medialen Wahrnehmung spielen Bilder zunehmend die „Hauptrolle“. Ob dies nun im traditionellen Printbereich und der Werbung ist, oder in dem ohne hin auf Bilder basierende Medien wie dem Fernsehen oder dem Internet geschieht.
Aber nicht nur, das wir von Bilder „umgeben“ sind, auch die Lust am Fotografieren hat gerade durch die digitale Kameratechnik zugenommen.
Von den insgesamt 5,25 Mrd. Fotoprints im Jahr 2005 entfielen 4,575 Milliarden auf Großlabore, die Minilabs und Kiosksysteme, auf dem heimischen Drucker wurden rund 475 Millionen Abzüge gedruckt. "Die Digitalfotografie hat den Foto-Fachhandel revolutioniert: Kein Wunder - jeder Amateurfotograf kann zuhause mit dem Fotodrucker sein eigenes Minilabor betreiben, PC und Beamer ersetzen den Diaprojektor und inzwischen machen auch Mobiltelefone gute Bilder" (Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Technik des Einzelhandels).
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Fotografie als Medium in einem außerschulischen Projekt mit jungen Migranten zur selbstreflexiven, biografisch-geschichtlichen Auseinandersetzung mit den Themen, Herkunft, Stadtteil und Alter.
Das Fotoprojekt setzt sich mit den Wurzeln der in 3. und 4. Generation in Deutschland aufgewachsenen Jugendlichen auseinander. Dabei gehen die Jugendlichen auf fotografische Spurensuche in ihre Vergangenheit und die ihres Stadtteils, in den vor gut 50 Jahren die ersten Arbeitsmigranten kamen, in dem sie die älteren Menschen im Stadtteil interviewen und fotografieren. Aufgrund ihres „Aufgewachsen sein“ in zwei kulturell bzw. religiös unterschiedlichen Gesellschaften sind die Jugendlichen mit gewissen Sprach- und Schreibhandicaps sowie Sozialisationsdiskrepanzen groß geworden.
Gerade die Fotografie bietet sich als didaktisches Medium bei dieser Zielgruppe an, da im Gegensatz zur Schrift-/Wortkommunikation auf Bildsprache setzt, deren Zugang unmittelbarer ist.
- Lernziele des Fotoprojektes
Soziale Kompetenzen
- Kommunikation
- Planung, Verlässlichkeit
- gemeinwesenorientiertes Geschichtsverständnis
- Biografie erlebbar machen
- Gruppenarbeit
Medientechnische Kompetenzen
- Kamera Technik/Umgang
- Perspektive und Aufnahmesituationen
- Umgang mit PC und Office Programmen
- Einführung in die digitale Bildbearbeitung
- Präsentationstechniken
sonstige Inhalte
- Geschichtsverständnis
- lokale Stadtteilentwicklung
- Städteplanung
- Arbeitsmarkt
- Vorüberlegungen, Rahmenbedingungen:
Der Türkische Jugendliche, steht medialer Nutzung positiv gegenüber, wobei sich die eigenen Kompetenzen oft auf wenige Anwendungen,wie Chatten und Ebay beschränken. Jedoch bringt dieser Umgang ein generelles PC-Verständnis mit, sowie die guten Eingabefähigkeiten mit der Tastatur, wenn auch die grammatikalischen und Ausdrucks-Fähigkeiten geringer sind. Ein prinzipieller Zugang zur digitalen Fotografie besteht auch, da im Familiären und Freundeskreis viel fotografiert/dokumentiert wird.
Das Generationen / Herkunftsthema kann in verschieden Formen erarbeitet werden: Fotos aus der Vergangenheit der Familie und des Stadtteils können gesammelt und recherchiert, das Thema „Alter/Jugend“ medial bearbeitet werden.
Generell sollte man den Jugendlichen nicht zu viel Verantwortung, Planung und Eigeninitiative abverlangen, sondern sie „mit nehmen“, in der eigen Planung.
Faktoren wie Gruppenfluktuation und ggf. terminliche Schwierigkeiten sind in der offenen Jugendarbeit ständige Begleitfaktoren der außerschulischen Arbeit und als gegeben einplanen muss.
Das hier als aufgezeigte LAG-Fotoprojekt, wurde in dem Stadtteil Herne-Horsthausen als Kooperation mit der der AWO durchgeführt, wo viele türkische Familien mit deren Eltern/Großeltern leben, die zu Zeiten industrieller Blüte aus der Türkei nach Deutschland kamen um in den Stahl- und Kohleindustrien zu arbeiten.
Mittlerweile sind im Rahmen des Strukturwandels diese Arbeitsmöglichkeiten qualifizierten Stellen im Dienstleistungsbereich gewichen.
Diesem Umstand müssen sich nun die Jugendlichen in der 3. und 4. Generation stellen und aushalten. Darüber hinaus trägt auch eine doppelte Entwurzelung der jungen Türken, die uns oft geschildert wurde, zu Orientierungslosigkeit bei: „In der Türkei werden wir als `Deutsche` gesehen; in Deutschland sind wir Türken.“
Hintergrund/Idee dieses Projektes war die Begegnung und den Dialog dieser beiden Generationen durch das Medium der Fotografie zu katalysieren und zu dokumentieren. Darüber hinaus erfahren die Jugendlichen eine Steigerung ihres Selbstwertgefühls, wenn sie innerhalb des Stadtteils und der Stadteilinstitutionen tätig werden, und ihre gemachten Fotos den Fotografierten wieder überreichen, oder sie zu einer Ausstellungseröffnung ihre Bilder einladen.
Bei diesem speziellen Projekt hat sich gezeigt, das eine MitarbeiterIn im Projekt mit türkischen Sprachkenntnissen unabdingbar war, da viele in ihrer Sprache angesprochene Türken geneigter waren, sich „ablichten zu lassen“ und über ihre Erfahrungen zu berichten.
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