Wandmalereiprojekt "Miteinander"
im Stadtteil Dorsten-Hervest

 

Das Wandmalereiprojekt "Miteinander" im Stadtteil Dorsten-Hervest vom 25. bis 30 Juni 2007
Referentinnen: Rike Delius (Düsseldorf) und Gisela Paul (Ladbergen)
Projektleitung und Fotografie: Karlheinz Strötzel

Der Ortsteil:
Hervest ist ein Stadtteil mit "Erneuerungsbedarf" einer unterschiedlich gewachsenen Bevölkerung mit hohem Migrationsanteil. Die im Stadtteil angesiedelte Hauptschule steht vor der Schließung.

Das Projekt:
Das Wandbild sollte einerseits Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil einbinden und andererseits als optisches Ausrufezeichen für dessen Lebendigkeit dienen. Dabei ist es wichtig, Arbeiten von Jugendlichen auch einmal außerhalb des Lernortes Schule in einem anderen Rahmen zu präsentieren.

 

Der besondere Reiz des Projektes lag zum einen darin, ein Wandbild in dieser Größe anzufertigen (12,80 m x 4 m) und im Arbeitsort, der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Fürst Leopold. Das eindrucksvolle Gebäude, ein Ort, an dem die Arbeit der Bergleute auch durch die Wandbilder der Künstlerin Tisa von der Schulenburg (Schwester Paula) präsent waren, ist ein der sonst der Öffentlichkeit verborgenem Ort.

Die Lohnhalle, aber auch ein Besuch in der Waschkaue, gaben immer wieder Anlass die Geschichte der Zeche und des Stadtteils zu reflektieren. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 8 bis 17 Jahren beteiligten sich mit großem Engagement und machten auch viele eigene Vorschläge, die eingearbeitet wurden. Mit Begeisterung wurde eine Exkursion in die Zechensiedlung aufgenommen, wo an Ort und Stelle Skizzen vom Brunnenplatz für das Wandbild angefertigt wurden.
Besonders für die jüngeren Beteiligten war das Projekt mit einem langen "Arbeitstag" verbunden. Trotz des für die Kinder großen Zeitraumes, des schlechten Wetters und der sehr unterschiedlichen Altersstruktur gab es eine harmonische Zusammenarbeit, an der sich zusätzlich auch vier Erwachsene beteiligten.
Die Mittagspausen wurden auch für Gespräche genutzt und Geschichten vorgelesen. Oftmals wollten die Kinder aber die Pause verkürzen, um schneller wieder weitermalen zu können. Der Identifikationsgrad mit dem gemeinsamen Produkt war sehr groß.
Wenn nicht am gemeinsamen Wandbild gearbeitet wurde, gab es eigene Bilder und Objekte, die die Kinder und Jugendlichen zusätzlich anfertigten.


 

Gemalt wurde mit Siebdruckfarben auf ein Spann-transparent. Zu sehen sind auf dem großen Wand-bild die Silhouetten der Teilnehmer, die eine Pyra-mide bilden. Der obere Teil zeigt typische Gebäude und Symbole aus Hervest Dorsten, das Stadtwap-pen, Bergleute und Porträts von Schwester Paula und Cornelia Funke.
Die fertige Leinwand wurde von der Feuerwehr an einem eingerüsteten Haus des Stadtteils ange-bracht. Sie kann später auch an andere zu sanierende Gebäude aufgehängt werden.
Eva (14 Jahre): "Ich finde es toll, dass wir so etwas Großes zusammen machen können."

Inzwischen hängt das Bild seit 12.Mai 2009 am Turm der St.Agatha-Kirche in Dorsten Zentrum.


 

Zur Vernissage trugen die Kinder Gedichte und stellten das Projekt vor und machten auch die Musik dazu.
Ergänzt wurde der festliche Rahmen durch Ansprachen von Karlheinz Strötzel (Organisation LAG), Bürgermeister Lambert Lütgenhorst (Stadt Dorsten) und Gisela Paul (Künstlerin).

Eine DVD-Diaschau über das Projekt (bei der Geschäftsstelle erhältlich) macht es möglich, auch Nichtbeteiligten den Arbeitsprozess vorzustellen. Die Resonanz war auch nach Abschluss des Projektes bei allen Beteiligten sehr positiv.

 


 

   
 
  zurück weiter