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Die imaginäre Traumreise-
Digitale Fotografie und Bildbearbeitung:

 

Der überwiegende Teil der Fotografien wird in den Urlaubsmonaten gemacht. Für diese Hobbyfotografen und -fotografinnen ist der Urlaub eine jährlich wiederkehrende Zeit im Leben, die zur Erinnerung fotografisch fest-gehalten werden muss.
Für die Familie ist der Urlaub eine Zeit, die sie überwiegend gemeinsam verbringt. Vermehrte Geselligkeit mit Urlaubsbe-kanntschaften und Freunden münden gerne in fotografische Aktionen. Die so entstan-denen Urlaubsbilder sind in der Regel übliche Familienfotos, allerdings in Urlaubsatmosphäre. Sie bestehen oft aus Erinnerungsfotos in Bezug auf die Familie, Freunde oder Kinder. Die Fotos sollen aber auch zeigen, wo man gewesen ist. Es wird posiert und im Hintergrund wechselt die Szenerie. Es werden die signifikanten Sehens-würdigkeiten und Touristenattrak-tionen im Bild festgehalten. Daneben fasziniert alles, was scheinbar anders als zu Hause ist.

 

 

Auch für die Jugendlichen, ist der Urlaub eine wichtige jährlich wiederkehrende Zeit im Leben, die zur Erinnerung fotografiert werden muss.
Fotos von Urlaubsreisen sind unfraglich Kindern und Jugendlichen geläufig. Diese Vor-erfahrungen gilt es zu thematisieren. Hierzu kann auf Fotoalben der Jugend-lichen zurück-gegriffen werden. Ist aber eine Rekonstruktion des Urlaubs mittels der vorliegenden Fotografien möglich? Beim Betrachten der Fotografien der Jugendlichen sollte versucht werden, mit deren Hilfe die Inhalte und die Bildsym-bolik zu entschlüsseln. Bedeutungen und Inhalte im Foto sind oft verschlüsselt und müssen vom Betrachter interpretiert werden. Dabei hängen die Interpreta-tionen von indivi-duellen Einstellungen und Normierungen wie Vorurteilen, Wer-turteilen, Vorinformationen, Ideologien und Traditionen ab.


 

Werden diese typischen Urlaubsschnappschüsse inhaltlich und formal miteinander verglichen, so fallen trotz dieser Subjektiv bestimmten Differenzen Übereinstimmungen auf, vor allem die sich wieder-holende «Choreographie» von Gesten und Posen.
Diese meist Stereotypen Bilder und die Beliebigkeit der jewei­ligen Urlaubsschauplätze lassen sich sehr schön in einer «ima­ginären Urlaubsreise» nach-stellen.
Bei der Arbeit mit Jugendlichen eignet sich der Film «Green Card» als Einstiegsreiz (gibt es als DVD). Im Film versucht ein Paar, gemeinsame Urlaube vorzu-täuschen, indem sie auf dem Dach eines Hochhauses in New York typische Urlaubsfotos nachstellen.

 

Dieses Prinzip der imaginären Reise ist auch Thema des Künst­lers Le Gac. Er reihte beispielsweise eigene Reise-fotos, an deren Entstehung er sich nicht mehr erinnern konnte, so anein-ander, so dass die Bilder in einem neu-en Zusammenhang eine logische Reihenfolge darstellen. Dies ergänzt er durch entsprechende Bildunter-schriften.
La Gac tritt in fiktiven Abenteuern auf und veranstaltet Geschichten mit sich selbst. In «Die Weltreise» (1995) be-reist er die Welt, ohne Paris zu verlassen. Er entlarvt dabei die «Illusi-on des Reisens». Damit ist auch der Inhalt des hier vorgestellten Fotopro­ jektes angerissen.

 

Mit der Digitalkamera, Scanner und mit Hilfe der Bildbearbeitung einstehen imaginäre Erinnerungsfotos an Urlaubsansichten, von Orten, an die man schon immer wollte,und die dabei oft Herkunftsländer von Migranten sind.
Eine DVD-Diaschau entstand in einer Hauptschule mit 26 Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichem Migrationshintergrund im Alter von 12-13 Jahren an drei aufeinander folgenden Tagen und entsprechender Nachbearbeitung.

 

Leitung des Projektes:

Karlheinz Strötzel, Dipl.-Designer und Bildungsreferent LAG Kunst und Medien NRW e.V.

 

 
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